Über uns

Kerstin Bönsch sammelte inspiriert von der Lektüre Ulla Hahns Das verborgene Wort seit ihrer Jugend schöne Sätze, Gedichte, Begriffe und Phraseme. Doch sie bewahrte sie nicht nur, sondern analysierte Literatur schließlich beim Germanistik-Studium in Konstanz und Freiburg. Nach beruflichen Stationen im Verlag, der Hochschule und ein paar Jahren als politische Ghostwriterin übernahm sie die Leitung der Christoph Martin Wieland-Stiftung in Biberach und promovierte berufsbegleitend über Deutschlands erste Bestsellerautorin Sophie von La Roche. Sie glaubt daran, dass Lektüre Alltagsstressbewältigung sein kann. Sie weiß, dass Worte in schwierigen Situationen heilsam sein können. Und sie hofft, dass Literatur und Kultur das Leben vieler Menschen reicher machen!

Jutta Heinz (links) und Kerstin Bönsch

Jutta Heinz hat, seit sie Lesen gelernt hat, keinen Tag damit aufgehört (Motto: Ein Tag ohne Buch ist ein verlorener Tag!). Um das Lesen zum Beruf machen und ungestört weiterlesen zu können, hat sie Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte studiert sowie eine journalistische Ausbildung absolviert. Sie gehört zu der eher seltenen Gattung der Omnilectorinnen, die alles lesen können und das meiste sogar irgendwie verdauen: E- und U-Literatur, dicke und dünne Bücher, kluge und alberne, alte und neue, von Männern und von Frauen geschriebene (aber natürlich hat sie ihre Favoritinnen). Manchmal schreibt sie auch eigene Bücher (dünne). Meistens aber unterrichtet sie Literaturwissenschaft an der Universität oder schreibt Texte über die Bücher anderer Leute – wissenschaftlich, populär und alles dazwischen. Inzwischen glaubt sie nicht mehr an die akademischen Schubladen von Literatur und Philosophie oder von Hochkultur und Populärkultur, sondern nur noch daran, dass Lesen und Schreiben unterschätzte und vom Aussterben bedrohte menschliche Kultur-, wenn nicht: Überlebenstechniken sind, die jede ausüben können sollte.


Das Projekt

Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern der Schöngeist, aber der schöne Geist trägt das Gewichtige Leicht. 
(Friedrich  Schiller, Xenien  und  Votivtafeln)

Universitätsgebäude in Leipzig

Der ‚Schöngeist‘, die etwas schwerfällige Übersetzung des französischen ‚Bel-Esprit‘, hat im Deutschen keinen guten Ruf: Deutscher Geist hat gefälligst gelehrt, solide, tief und vorzugsweise männlich zu sein, nicht jedoch leicht, spielerisch und schön – Eigenschaften, die man traditionell dem weiblichen Geschlecht zuschreibt. Frauen dürfen zwar gern ‚schöne Seelen‘ sein, anmutig, tugendhaft und wohltätig von Natur aus, ganz leicht und selbstverständlich. Wenn sie sich aber auf die Gebiete des Geistes und des Wissens begeben, mutieren sie zum blaubestrumpften Schreckgespenst: „Ein weiblicher Schöngeist ist die Geißel ihres Gatten, ihrer Kinder, ihrer Freunde, ihrer Diener, ja aller Welt“ (Jean-Jacques Rousseau). Aber hat der Geist nicht auch seine Schönheiten, ist er nicht erst dadurch ein wahrer freier Geist, dass er in die Tiefe und in die Breite geht, Großes und Kleines berührt, Schillerndes und Verborgenes, Diamanten und Mauerblümchen? Vielleicht ist es Zeit für eine Rehabilitation des Schöngeistes, des funkelnden und sprühenden Esprits; vielleicht ist es Zeit für: Schön-Geistinnen!